Pressemitteilung: Vereinsgründung in besetzter Bibliothek

PRO KIEZ Bötzowviertel
08. Januar 2008
Pressemitteilung

Vereinsgründung in besetzter Bibliothek

Am gestrigen Abend haben die Mitglieder der Bürgerinitiative PRO KIEZ in der von ihnen am 30. November 2007 besetzten Kurt-Tucholsky-Bibliothek in der Esmarchstraße 18 den Verein PRO KIEZ Bötzowviertel gegründet.

Ziel des Vereins ist die Förderung des Gemeinwohls der Einwohner des Bötzowviertels und Umgebung. Dazu gehören die Förderung der Kultur, die Verbesserung des Lebensraumes und die Steigerung der Lebensqualität durch bürgerschaftliches Engagement. Insbesondere fördert der Verein die Stadtteilbibliothek des Bötzow-Viertels (Kurt-Tucholsky-Bibliothek) durch Organisation von vielfältigen Kulturveranstaltungen, Leseförderung, Erweiterung des Medienbestandes oder, wenn notwendig, auch die Weiterführung des Bibliotheksbetriebes.

In seiner Gründungsversammlung hat der Verein ein Konzept beschlossen, wie die Kurt-Tucholsky-Bibliothek auch nach der Mittelkürzung durch den Finanzsenator und dem Schließungsbeschluß der BVV als kommunale öffentliche Bibliothek im Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins auch mit ehrenamtlichen Engagement weitergeführt werden kann. Dieses Konzept wird nunmehr dem Kulturausschuss und den Fraktionen der BVV zugeleitet. Der Kulturausschuss wird dieses in seiner Sitzung am 16. Januar beraten.

Bereits am 4. Januar begannen Verhandlungen zur Weiterführung des Bibliotheksbetriebes mit dem zuständigen Stadtbezirksrats Dr. Michail Nelken. Dabei wurde uns zugesichert, dass der Medienbestand in der Bibliothek zunächst verbleiben soll, aber großes Interesse bestehe, diesen möglichst bald den Nutzern wieder zugänglich zu machen. Nach Klärung bezirksamtsinterner Fragen sollen die Verhandlungen so schnell wie möglich fortgesetzt werden.

Die Kurt-Tucholsky-Bibliothek bleibt von uns weiterhin besetzt.

Zur Vorsitzenden des Vereins wurde Frau Dr. Nina Eilers-König, zu ihren Stellvertretern Klaus Lemmnitz und Peter Venus gewählt.

Der Verein freut sich über alle engagierten Bürgerinnen und Bürger, die bei uns ehrenamtlich mitmachen möchten. Kontakt: info@prokiez.de

Rückfragen und weiterführende Informationen:
Peter Venus: peter.venus@prokiez.de

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5 Antworten zu Pressemitteilung: Vereinsgründung in besetzter Bibliothek

  1. Pingback: Protest für Bibliotheken XV: Selber machen at IBI-Weblog

  2. d.z. bodenberg schreibt:

    „dabei wurde uns zugesichert, dass der Medienbestand in der Bibliothek zunächst verbleiben soll, aber großes Interesse bestehe, diesen möglichst bald den Nutzern wieder zugänglich zu machen.“

    Ah ja. Sollte das nicht eher „diesen möglichst bald den Nutzen nochübriggebliebene Bezirksbibliotheken gegen Spenden zu verkaufen bzw. diesen schnellstmöglich zum Altpapiercontainer zu bringen“ heißen ?

    Wenn man sieht, was in der Greifswalder (Heinrich-Böll-Bibliothek) oder am Wasserturm seit Jahren entsorgt wird, kann nur solche Äußerungen als Hohn betrachten.

  3. tucholsky schreibt:

    ich würde nicht sagen, dass es das heißen sollte.

    was in anderen bibliotheken „entsorgt“ wird, ist meistens das prozedere der makulatur. man sortiert bücher aus, weil sie entweder kaputt sind, jahrelang nicht ausgeborgt wurden, weil man platz für andere medien schaffen oder das inhaltliche profil ändern will (gepographie raus, science fiction rein).

    wenn man nie aussortieren würde, hätte jede stadtteilbibliothek inzwischen die größe eines kaufhauses, was auch nicht unbedingt schön wäre.

  4. d.z. bodenberg schreibt:

    Was in der Greifswalder und am Wasserturm an Belletristik „aussortiert“ wird, ist fast kriminell. Nicht nur Klassiker der Weltliteratur, die fest gebunden sind, oder Bücher von Schriftsteller, die in den letzten 10 Jahren Nobelpreise gewonnen haben, die wahrscheinlich nur ausgesondert werden, weil sie DDR-Ausgaben sind; aber auch Fachbücher, die antiquarisch z.T. für mehrere hundert Euro ver- und gekauft werden. Leider geht das nicht mit den ex-Bibliotheksausgaben aus diesem Bezirk, da die MitarbeiterInnen haben so viel Respekt vor Büchern, dass sie entweder Ecken abschneiden oder die Bibliotheksstempeln mit Edding bestialisch durchstreichen…

    Ansonsten haben seriöse Stadt- und Bezirksbibliotheken Außenmagazine und Lagerräume. Und nur weil irgendetwas nicht sehr oft ausgeliehen wird, heißt es nicht, dass es nicht in der Bibliothek gehört. Wie oft werden die Klassiker der deutschen Literatur ausgeliehen? Viel weniger als andere Sachen. Gehören sie auch in der Tonne?

  5. tucholsky schreibt:

    nun ja, da gibt es dann wohl unterschiedliche auffassungen über aufgaben einer stadtteilbilbiothek – und auch zum umgang mit dem gebrauchsgegenstand buch. mir scheint: nicht miteinander zu vereinbarende unterschiede (wie fast immer, wenn etwas dogmatisch wird).

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