Pressemitteilung 12.3.2008: BVV Pankow beschließt einstimmig Wiedereröffnung der Kurt-Tucholsky-Bibliothek

Die BVV Pankow hat in ihrer Tagung am gestrigen Abend einstimmig die Wiedereröffnung der Kurt-Tucholsky-Bibliothek beschlossen. Die Bezirksverordneten schufen damit die Voraussetzung dafür, dass die Bibliothek voraussichtlich ab April den Bürgerinnen und Bürgern wieder zur Verfügung steht.

Die Bibliothek wird weiter Bestandteil der öffentlichen Bibliotheken Pankows und auch im Verbund der öffentlichen Bibliotheken Berlins bleiben. Einzig die personellen Leistungen sollen vom Verein Pro Kiez in ehrenamtlicher Tätigkeit organisiert und erbracht werden, unter Rechts- und Fachaufsicht sowie Betreuung des Amtes für Kultur und Bildung. Hierzu soll ein Betreibervertrag geschlossen werden. Beabsichtigt sind die Zusammenlegung der Kinder- und Erwachsenenbibliothek zu einer Familienbibliothek in der ersten Etage mit entsprechender Bestandsreduzierung und vielfältige Aktivitäten im Veranstaltungsraum im Erdgeschoss. Dazu gehören unter anderem Leseförderung für Kinder und Jugendliche in enger Zusammenarbeit mit den umliegenden Kitas und Schulen, Lese- und Literaturzirkel, Filmabende und Kleinkunstdarbietungen.

Die Schließung erfolgte auf Beschluss der BVV zum 31,Dezember. Sie war nicht dem politischen Willen von Bezirksamt und der Mehrheit in der BVV geschuldet, sondern dem Finanzzuweisungssystem an die Bezirke und den Auflagen von Stellenstreichungen durch den Finanzsenator.

Wir sind der festen Überzeugung, dass Kultur und Bildung essentieller Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist und deshalb auch Pflichtaufgabe der öffentlichen Verwaltung sein muss. Vor diesem Hintergrund erfolgte auch die Besetzung am 30. November letzten Jahres, die bis heute andauert

Uns ist bewusst, dass der Weiterbetrieb des Bibliotheksbetriebes mit Ehrenamtlichen kein Ersatz für professionelle Bibliotheksarbeit sein kann. Mit unserem Konzept wollen wir deshalb  keinesfalls ein Modell zur weiteren Stellenreduzierung schaffen. Wir wissen, dass das Zuweisungsmodell an die Bezirke auch auf Landesebene, insbesondere in der Regierungskoalition, durchaus umstritten ist, da es die Bezirke zu einer immer weiteren Reduzierung im Bereich von Bildung und Kultur zwingt. Wir wissen auch, dass eine Bibliothek, die einmal geschlossen ist, deren Bestand verteilt ist und deren Räume einer anderen Nutzung zugeführt sind, geschlossen bleibt, auch wenn sich die Finanzzuweisung ändern sollte. Deshalb ist unser Ziel, die Kurt-Tucholsky-Bibliothek offen zu halten, bis wieder ausreichend Mittel für Bildung und Kultur den Bezirken zur Verfügung gestellt werden und die Bibliothek wieder in staatlicher Regie mit ausgebildeten Bibliothekarinnen betrieben werden kann. Darauf wirken wir hin und sehen unser Modell deshalb nicht arbeitsplatzgefährdend sondern arbeitsplatzfördernd.

Wir sind sehr zuversichtlich, dass die noch anstehenden Verhandlungen mit dem Bezirksamt zu einem positiven Ergebnis führen werden.

Peter Venus
presse@prokiez.de

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