Neue Zürcher Zeitung, 24. Juli 2008: Ehrenamtliche Bibliothekare

Sieglinde Geisel

Von der Schliessung bedrohte Berliner Büchereien suchen Auswege

«Die öffentlichen Bibliotheken sind [. . .] ein Pfund, mit dem wir wuchern müssen», sagte Bundespräsident Köhler anlässlich der Wiedereröffnung der Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar. Doch die hehren Absichten, die eine Gesellschaft formuliert, müssen mit ihrer politischen Wirklichkeit nicht übereinstimmen: In Berlin gibt es weniger als neunzig öffentliche Bibliotheken – vor fünfzehn Jahren waren es noch mehr als zweihundert. Bibliotheksschliessungen sind kein Politikum. Sie geschehen meist sang- und klanglos – doch mit dem Pisa-Schock haben sich die Sensibilitäten verändert. Als der Bezirk Mitte im vergangenen Herbst die Schliessung der Jerusalem-Bibliothek im Wedding ankündigte, regte sich heftiger Protest. Es handelte sich nicht nur um eine der aktivsten und bestbesuchten Kinder- und Jugendbibliotheken der Stadt, sie lag überdies in einem sozialen Brennpunkt. Zwei Drittel der Kinder im Nauener Kiez stammen aus Migrantenfamilien; der Anteil an Hartz-IV-Empfängern ist hoch.

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