Geteilte Freude über Pankower Ehrenamtspreis 2008

Pressemitteilung
6. Dezember 2008

Geteilte Freude über Pankower Ehrenamtspreis 2008

Gestern Abend wurde dem Bürgerverein Pro Kiez anlässlich des internationalen Tag des Ehrenamts 2008 der Pankower Ehrenamtspreis verliehen. Darin sehen wir eine Anerkennung unseres Engagements zum Erhalt der Kurt-Tucholsky-Bibliothek. Das freut uns und dafür sind wir dankbar.

Jedoch könnte diese Verleihung auch als Beispiel verstanden werden, Aufgaben des Staates kostengünstig in ehrenamtliche Strukturen zu übertragen. Hierfür können und wollen wir kein Beispiel geben. Bibliotheken gehören als ein Kultur- und Bildungsträger essentiell zur öffentlichen Daseinsvorsorge und sind damit originäre staatliche Aufgabe.

In der Verleihungsurkunde heißt es, die Auszeichnung erfolge „für das Engagement beim Aufbau und Erhalt ehrenamtlich geführter Bibliotheken“. Dies jedoch machen wir gerade nicht und war auch nie unsere Absicht.

Pro Kiez betreibt die Kurt-Tucholsky-Bibliothek nicht als ehrenamtliche Bibliothek und nicht zum Zwecke staatlicher Kosteneinsparung, sondern um sie vor der Schließung zu bewahren und zu erhalten, ganz bewusst als Teil der Stadtbibliothek Pankow mit allen für Öffentliche Bibliotheken geltenden Qualitätsstandards und im Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins. Dabei sehen wir uns als Statthalter der hauptamtlich Beschäftigten, deren Unterstützung wir sehr schätzen.

Die Verantwortlichen in Kultur- und Bildungspolitik sollten deshalb an unserem Beispiel sehen, welch hohen Wert die Bürger auch kleineren Stadtteilbibliotheken beimessen. Bibliotheken müssen für alle Bürger, auch für Kinder und Senioren, fußläufig erreichbar sein und trotzdem ein breites Spektrum an Information und Unterhaltung bieten.

Wir treten dafür ein, dass Bildung und Kultur Pflichtaufgaben werden und die Bezirke vom Land ausreichend Mittel zugewiesen bekommen, um diese Aufgaben erfüllen zu können. Dies wäre auch möglich, denn allein der Berliner Anteil am Wiederaufbau des Stadtschlosses, den nicht das Land, sondern der Bund beschlossen hat und worüber kein Berliner Bürger befragt wurde, entspricht nahezu dem Zehnfachen des Medienetats sämtlicher Öffentlicher Bibliotheken Berlins von 2007. (Stadtschloss 552 Mio. €, Landesanteil 32 Mio. € Medienetat gesamt 2007 3.365607 € (nach Jahresbericht 2007 der Berliner Öffentlichen Bibliotheken).

Wir fordern alle politisch Verantwortlichen auf, sich mit uns für ein Berliner Bibliotheksgesetz einzusetzen, in dem Öffentliche Bibliotheken, insbesondere Stadtteilbibliotheken, als Pflichtaufgabe und die Beteiligung der Bürger bei deren Gestaltung verankert sind.

Peter Venus
Sprecher Pro Kiez e.V.

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