SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus: Tucholsky- und Dehler-Bibliothek müssen im VÖBB bleiben – VÖBB sollte sich für Erhalt der Bibliotheken einsetzen statt ehrenamtliches Engagement zu torpedieren!

Die kulturpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion des Berliner Abgeordnetenhauses, Brigitte Lange, spricht sich dafür aus, dass die Kurt-Tucholsky-Bibliothek in Pankow und die Thomas-Dehler-Bibliothek in Tempelhof im Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins (VÖBB) bleiben:

„Ich fordere den VÖBB auf, die beiden Bibliotheken in ihrem Verbund zu behalten. Beide Einrichtungen werden von Bürgerinnen und Bürgern betreut, die sich ehrenamtlich engagieren und damit einen wichtigen Beitrag für die Stadtteile leisten. Der VÖBB sollte sich für das bürgerschaftliche Engagement dieser Ehrenamtlichen stark machen, anstatt es durch bürokratische Hürden zu torpedieren.

Die vom VÖBB vorgebrachten datenschutzrechtlichen Bedenken sind nicht nachvollziehbar. So unterzeichnen die ehrenamtlichen Betreuer der Bibliothek vor Aufnahme ihrer Tätigkeit eine Datenschutzerklärung gegenüber dem Bezirksamt. Auch im Betreibervertrag mit dem Bezirksamt sind klare Regelungen bezüglich des Datenschutzes und Sanktionsmaßnahmen bei Verstößen gegen den Datenschutz enthalten.

Die vorgeschlagenen Maßnahmen des VÖBB sind auch hinsichtlich des engen Zeitfensters unrealistisch. Die Forderung nach Änderungen im System der Ausleihe und Verbuchung wird nach Aussage des eigenen Servicezentrums des VÖBB nicht vor 2010 realisierbar sein. Die ebenfalls vorgeschlagene Schaffung einer halben Stelle, damit weniger Personen Zugriff auf Benutzerdaten haben, ist zwar selbstverständlich erstrebenswert, kurzfristig aber nicht umsetzbar.

Stadtteilbibliotheken mitten im Kiez sind unverzichtbarer Bestandteil der kulturellen Bildung. Sie ermöglichen den Zugang zu Medien auch für die Bürgerinnen und Bürger, die beispielsweise auf Grund von gesundheitlichen oder finanziellen Gründen keine längeren Stadtfahrten unternehmen können. Sie bauen durch Kooperationen mit Schulen vor Ort mögliche Berührungsängste von Kindern ab und fördern das Lesen zum Beispiel durch Lesepatenschaften. Sie sind Grundlage für das so oft geforderte lebenslange Lernen.

Die Enquetekommission ‚Kultur in Deutschland‘ hat in ihrer Bestandsaufnahme festgestellt, dass Bibliotheken als kulturelle Gedächtnisorte und wichtige kulturelle Bildungseinrichtungen zu erhalten und finanziell zu sichern sind. Wir lassen durch den Senat prüfen, ob dies in einem Bibliotheksgesetz verankert werden kann.“

Quelle: www.spdfraktion-berlin.de

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Presse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s