Eilaktion / Ausleihen statt Aussondern / Rettet die Bibliotheks-Bücher

Presseerklärung

Eilaktion / Ausleihen statt Aussondern / Rettet die Bibliotheks-Bücher

Die Bibliotheken in Berlin sind durch massive Etatkürzungen in Existenz, Vielfalt und Qualität bedroht. Alle öffentlichen Bibliotheken stehen seit über zwanzig Jahren unter zunehmendem Ökonomisierungsdruck. D.h., die Legitimation einer Bibliothek samt ihres Bestandes gründet sich nach dem Prinzip der Kostenleistungsrechnung allein auf dem Ausleihquotienten.

Mit der ehrenamtlichen Offenhaltung der Kurt-Tucholsky-Bibliothek wehren wir uns seit fünf Jahren gegen die massenhafte Schließung von Bibliotheksstandorten, das ist gelebter Ausdruck von Bürgerwillen:
Unsere Bibliothek in Laufnähe wird von ihren Nutzern, ganz besonders von den Kindern geschätzt und geliebt. Steigende Nutzer- und Ausleihzahlen, großer Zuspruch im Bereich der Leseförderung, zeugen von der Notwendigkeit solcher Einrichtungen.

Die Pankower öffentlichen Bibliotheken müssen jährlich 10 – 15 % ihres Medien-bestandes aussondern; eine sinnvolle Regelung zur Erhaltung eines attraktiven und aktuellen Bestandes, solange dem ein adäquater Anschaffungsetat gegenüber steht.

Nur: unser Etat für Neuanschaffungen ist gerade mal 5.000 Euro „hoch“ und damit deutlich geringer, als bei den übrigen Bibliotheken. Das reicht für ca. 400 Medien im Jahr! Demgegenüber sollen jährlich ca. 3.600 Medien – von insgesamt noch 24.000 – „raus“!
Das können wir nicht leisten, ohne den Bestand der Bibliothek zu gefährden!

Vor dem Hintergrund der Einführung des Selbstverbuchungssystems (RFID) haben wir 2012 mit tatkräftiger Unterstützung der Bezirksbibliotheken 4.000 Bände aussortiert,. Die Bestandsbereinigung bis dahin war absolut sinnvoll und eine Qualitätssteigerung. Zusätzlich wurden wir jetzt aufgefordert bis Anfang Juli weitere 6.000 Bücher auszusondern, die in den letzten vier Jahren nicht mehr ausgeliehen wurden.

An diesem kritischen Punkt haben wir unsere Leser mit unserer Eilaktion zur Mitbestimmung durch Ausleihe aufgerufen: welche Bücher wollen wir in unseren Bibliotheken zukünftig verfügbar wissen?!
Die überwältigende Resonanz zeigt uns die Richtigkeit unserer Überzeugungen!

Die Bibliotheksbenutzer wollen Freud und Fromm, Goethe, Böll, Camus, Dostojewski und Brecht, die Grundlagenwerke der Geschichte, Philosophie und der Naturwissenschaften in ihrer Bibliothek finden.

Deshalb unsere Forderungen:

1. Sollte unsere Bibliothek mit ihrem Ausleihquotienten tatsächlich ein Problem für die Bezirksstatistik darstellen, ist ein Verfahren zu entwickeln, nach dem wir angemessen in der Statistik berücksichtigt werden.

2. Pro Jahr müssen sich Medienabgänge und Neuanschaffungen die Waage halten.

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Eine Antwort zu Eilaktion / Ausleihen statt Aussondern / Rettet die Bibliotheks-Bücher

  1. Pingback: Vielen Dank für die vielfältige Unterstützung. | Pro Kiez Bötzowviertel

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